Freiheit ist das, was in der heutigen Zeit hoch angepriesen wird und als höchst erstrebenswert gilt. Doch was ist Freiheit eigentlich? Ist man frei mit dem Erreichen der Volljährigkeit, sobald man selbstverantwortlich Formulare unterschreiben darf? Oder ist man frei, wenn man etwas tut, wovon dem man genau weiß, dass die Menschen in der Umgebung das nicht gut fänden? Bedeutet Freisein vielleicht auch, einer Arbeit nachzugehen, die man liebt? Hat Freiheit möglicherweise auch ein bisschen mit Egoismus zu tun? War es Freiheit, wenn unsere Mutter uns als Kind mit Freunden alleine draußen spielen ließ und wir nachhause kommen durften, wann wir wollten?
Freiheit ist ein großes Wort. Und so traurig es klingen mag, ich glaube, die wenigsten Menschen auf dieser Welt sind wirklich frei, ganz gleich, ob wir im 21. Jahrhundert leben. Vielerorts wird Freiheit als ein grundlegenes Menschenrecht angesehen. Doch so frei, wie der Mensch sich hält, ist er oftmals doch nicht - dazu unterwirft er sich zu sehr gesellschaftlichen Zwängen.
In anderen Ländern müssen Menschen darum kämpfen, frei zu werden und überhaupt ein selbstbestimmtes Leben führen zu dürfen. Hier ist das nicht so- und doch fühlen sich viele nicht frei. Sie fühlen sich beispielsweise durch die Erwartungen ihrer Mitmenschen unter Druck gesetzt und denken, sie müssten ihrem Umfeld gerecht werden. Oftmals beeinflusst unser Umfeld - unsere Familie, unsere Freunde oder die Gesellschaft im Allgemeinen- uns mehr, als uns möglicherweise bewusst ist. Durch Werbung wird uns suggeriert, was gerade angesagt ist und was wir toll finden sollten.
Viele Menschen haben das Gefühl, sich und anderen etwas beweisen zu müssen oder fürchten sich davor, ihre Freiheit auszuleben. Freiheit ist schließlich auch mit Verantwortung verbunden und heißt auch, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen. Und sich manchmal nicht darum zu kümmern, was das Umfeld sagt. Sich für das Geschichtsstudium zu entscheiden, obwohl die Familie auf ein Jurastudium hofft, zum Beispiel. Eine große Reise anzutreten, auch wenn man nicht weiß, wohin sie einen führt. Das zu tun, was man eigentlich schon immer wollte, auch wenn man nicht weiß, wie es danach weitergeht. Das alles ist unsere persönliche Freiheit, doch der erste Schritt ist es, sich überhaupt erst zu erlauben, frei zu sein. Ich glaube, dass uns der Gedanke, frei zu sein, manchmal utopisch erscheint, obwohl wir diese Freiheit theoretisch besitzen.
Freiheit ist auch ziemlich subjektiv. Jeder hat eine andere Vorstellung davon, wie sich Freiheit anfühlt. Einen Job zu haben, den man liebt, kann auch als Freiheit empfunden werden. Oder an einem Ort zu wohnen, an dem alle paar Minuten eine Bahn fährt.
Freiheit kann so unterschiedlich interpretiert werden. Welche Art von Freiheit es jedoch auch sein mag: Meistens muss man sich selbst erst die Erlaubnis geben, sie zu nutzen, und sich ihrer bewusst machen. Und ja, ich würde sagen, selbst ein wenig gesunder Egoismus ist auch dabei.
Montag, 28. Mai 2018
Sonntag, 20. Mai 2018
Ich und Pädagogik
Es ist inzwischen fast zwei Jahre her, dass ich mich dazu entschieden habe, tiefer in die Pädagogik und die soziale Arbeit einzusteigen. Da kommt ab und zu die Frage auf, warum ich studiere, was ich studiere. Pädagogik und Erziehung klingt schnell nach Schulbank drücken und nach Regeln. Dabei sind die Ziele viel komplexer und tiefgehender. Wir Erziehungswissenschaftler arbeiten mit Menschen und meistens haben wir das Anliegen, etwas zu verändern. Wie z. B. meine Freundin H., die sich für die Schulbildung in Afrika einsetzt.
Einen Bezug zu zwischenmenschlicher Kommunikation und dem Umgang mit Menschen verschiedener Art sollten wir im Normalfall haben, wenn wir uns entschieden haben, zu Erziehungswissenschaftlern zu werden. Wenn wir Kindern etwas lehren bzw. etwas dazu beitragen, dass sie beschützt aufwachsen, dann tragen wir damit einen Teil zur Zukunft bei. Und setzen da an, wo es früh genug ist, wo man die Basis schaffen kann für die gelungene Entwicklung eines Menschen.
Das heißt nicht, dass wir nur auf Kinder fokussiert wären.
Alle Altersgruppen können die Unterstützung von anderen Menschen gebrauchen. Wir leben in einer Welt, in der man sich gegenseitig braucht und auch brauchen wird. Es wird immer Menschen geben, die in Not sind, deren Kindheit nicht problemlos verlaufen ist (da kann man sich schon wieder fragen, was unter problemlos überhaupt zu verstehen ist) und die sich in einer Lebenslage wiederfinden, bei der Unterstützung einiges bewirken kann.
Wir Pädagogen wollen also die Welt ändern, könntet ihr jetzt fragen. Ich würde sagen, nein, wir verändern nicht gleich die ganze Welt, aber wir fangen im Kleinen an und legen eine positive Basis, aus der heraus die Welt veränder werden kann. Wenn wir z. B. ein Kind bei seiner Entwicklung unterstützen und dafür sorgen, dass es gut aufwächst, wird dadurch vielleicht erstmal ein kleines Menschenleben verändert.
Und dieser kleine Mensch wird irgendwann groß und dann seine weiteren Schritte tun. Zum Beispiel den Friedensnobelpreis gewinnen oder, wenn wir mal bescheidener denken, das Abitur schaffen, woraufhin der angestrebte Traumjob folgt.
Ich glaube, wir könnem mehr verändern, als wir denken. Wenn wir die Basis für etwas legen, kann das große Folgen für die Zukunft haben.
Als Erziehungswissenschafts-Studentin lerne ich zudem viel über Menschen, habe ich festgestellt. Menschen können ziemlich unterschiedlich sein, manchmal anstrengend, manchmal inspirierend - aber die Arbeit bleibt immer spannend. Wenn man einen Job hat, in dem man sich mehr mit Menschen auseinandersetzen muss als mit Technik, Zahlen oder Texten, dann weiß man meistens nie, was einen erwartet, wenn man zur Arbeit geht. Ich kann mir nichts Besseres vorstellen, auch wenn das viele, die ich kenne, verwundern mag. Der Umgang mit Menschen (ja, auch mit schwierigen Menschen) ist etwas, das mich jeden Tag aufs Neue fasziniert, immer und überall. Deshalb, liebe LeserInnen, habe ich angefangen, Erziehungswissenschaft zu studieren.
Einen Bezug zu zwischenmenschlicher Kommunikation und dem Umgang mit Menschen verschiedener Art sollten wir im Normalfall haben, wenn wir uns entschieden haben, zu Erziehungswissenschaftlern zu werden. Wenn wir Kindern etwas lehren bzw. etwas dazu beitragen, dass sie beschützt aufwachsen, dann tragen wir damit einen Teil zur Zukunft bei. Und setzen da an, wo es früh genug ist, wo man die Basis schaffen kann für die gelungene Entwicklung eines Menschen.
Das heißt nicht, dass wir nur auf Kinder fokussiert wären.
Alle Altersgruppen können die Unterstützung von anderen Menschen gebrauchen. Wir leben in einer Welt, in der man sich gegenseitig braucht und auch brauchen wird. Es wird immer Menschen geben, die in Not sind, deren Kindheit nicht problemlos verlaufen ist (da kann man sich schon wieder fragen, was unter problemlos überhaupt zu verstehen ist) und die sich in einer Lebenslage wiederfinden, bei der Unterstützung einiges bewirken kann.
Wir Pädagogen wollen also die Welt ändern, könntet ihr jetzt fragen. Ich würde sagen, nein, wir verändern nicht gleich die ganze Welt, aber wir fangen im Kleinen an und legen eine positive Basis, aus der heraus die Welt veränder werden kann. Wenn wir z. B. ein Kind bei seiner Entwicklung unterstützen und dafür sorgen, dass es gut aufwächst, wird dadurch vielleicht erstmal ein kleines Menschenleben verändert.
Und dieser kleine Mensch wird irgendwann groß und dann seine weiteren Schritte tun. Zum Beispiel den Friedensnobelpreis gewinnen oder, wenn wir mal bescheidener denken, das Abitur schaffen, woraufhin der angestrebte Traumjob folgt.
Ich glaube, wir könnem mehr verändern, als wir denken. Wenn wir die Basis für etwas legen, kann das große Folgen für die Zukunft haben.
Als Erziehungswissenschafts-Studentin lerne ich zudem viel über Menschen, habe ich festgestellt. Menschen können ziemlich unterschiedlich sein, manchmal anstrengend, manchmal inspirierend - aber die Arbeit bleibt immer spannend. Wenn man einen Job hat, in dem man sich mehr mit Menschen auseinandersetzen muss als mit Technik, Zahlen oder Texten, dann weiß man meistens nie, was einen erwartet, wenn man zur Arbeit geht. Ich kann mir nichts Besseres vorstellen, auch wenn das viele, die ich kenne, verwundern mag. Der Umgang mit Menschen (ja, auch mit schwierigen Menschen) ist etwas, das mich jeden Tag aufs Neue fasziniert, immer und überall. Deshalb, liebe LeserInnen, habe ich angefangen, Erziehungswissenschaft zu studieren.
Dienstag, 1. Mai 2018
Sich selbst überwinden
Sehr oft höre ich den Satz, wenn es um Ernährungsgewohnheiten, sportliche Aktivitäten und Fächer an meiner Universität geht: "Also, das könnte ich ja nicht...".
Es ist absolut in Ordnung, nicht alles zu können oder gar zu wollen, denke ich, aber ich glaube, dass viele sich da unterschätzen. Wenn wir Zeit, Kraft und Mühe in etwas investieren, was uns begeistert, dann können wir auch viel mehr, als wir zuerst glauben.
Es ist nicht allzu lange her, dass ich in einer Zirkusgruppe angefangen habe, Aerial Dance und andere zirkusartistische Diszilpinen zu lernen. Und dabei habe ich auch neben den Tricks gelernt, dass es vor allem darum geht, sich selbst zu überwinden.
Ich mag das Zitat "What if I fall?" -"But darling what if you fly?" von Erin Hanson, das dazu sehr treffend ist. Oft haben wir die Befürchtung, dass wir etwas nicht schaffen und versuchen es gar nicht erst. Manchmal erscheint es so fern, dass wir es könnten, sodass wir uns gar nicht erst weiter damit befassen. Und dabei hätten wir doch die Möglichkeit, wenn wir es schaffen, etwas Wundervolles zu erleben - praktisch fliegen zu lernen. Jeder hat seine Art, fliegen zu lernen. Bei mir ist es Aerial Dance.
Ich habe beim Aerial Dance einen Trick gelernt, bei dem man sich an den Hüften in das Vertikaltuch einwickelt, die Arme frei hat und sich daraufhin kopfüber nach vorne fallen lässt. Vor allem in größerer Höhe könnte das später sicherlich für den einen oder anderen Adrenalinrausch sorgen. Ich als Anfängerin muss mir zuerst immer einen kleinen Ruck geben, bevor ich mich wirklich fallen lasse. So war es früher in der 4. Klasse auch beim ersten Mal vom Dreier-Turm springen. Ich stand oben, guckte aufs Schwimmbecken hinunter und gab mir einen Ruck, motivierte mich selbst.
Auch bei anderen Zirkusdisziplinen und generell Sportarten ist es von Bedeutung, sich zu überwinden. Um uns an Salto-Übungen heranzutasten, sollten wir über eine aufgestellte Matte springen. Oftmals blieben wir kurz vor dem Sprung stehen, weil wir daran zweifelten, es hinüberzuschaffen. Als wir dann aber trotzdem sprangen, konnten wir die Matte meistens zu unser eigenen Überraschung überwinden - erst nachdem wir unsere Befürchtungen ausgeschaltet hatten.
Wenn wir schaffen, uns in bestimmten Momenten zu überwinden, werden uns oftmals mehr Türen offen stehen als zuvor.
In dem Moment, an dem wir an unsere Grenzen gelangen, werden wir uns ihrer überhaupt bewusst und können -wenn wir es wünschen- an ihnen arbeiten. Dann haben wir auch die Möglichkeit, sie zu überwinden. Ich glaube, jedes Mal, wenn wir es schaffen, uns selbst zu überwinden, wachsen wir ein Stück an uns selbst. Die meisten Grenzen, die wir vorfinden, sind nicht durch die Lebensumstände oder andere Menschen vorgegeben, sondern existieren in uns selbst und in unserem Denken. Wenn wir denken, wir würden etwas niemals können, ist dies das schwerste Hindernis, nicht etwa unsere mangelnden Fähigkeiten.
Und wenn wir es erstmal geschafft haben, uns selbst zu überwinden, werden wir zudem belohnt mit dem Glücksgefühl darüber, dass wir etwas geschafft haben: Es gibt kaum etwas, dass sich besser anfühlt, als über sich selbst hinausgewachsen zu sein. ;)
Es ist absolut in Ordnung, nicht alles zu können oder gar zu wollen, denke ich, aber ich glaube, dass viele sich da unterschätzen. Wenn wir Zeit, Kraft und Mühe in etwas investieren, was uns begeistert, dann können wir auch viel mehr, als wir zuerst glauben.
Es ist nicht allzu lange her, dass ich in einer Zirkusgruppe angefangen habe, Aerial Dance und andere zirkusartistische Diszilpinen zu lernen. Und dabei habe ich auch neben den Tricks gelernt, dass es vor allem darum geht, sich selbst zu überwinden.
Ich mag das Zitat "What if I fall?" -"But darling what if you fly?" von Erin Hanson, das dazu sehr treffend ist. Oft haben wir die Befürchtung, dass wir etwas nicht schaffen und versuchen es gar nicht erst. Manchmal erscheint es so fern, dass wir es könnten, sodass wir uns gar nicht erst weiter damit befassen. Und dabei hätten wir doch die Möglichkeit, wenn wir es schaffen, etwas Wundervolles zu erleben - praktisch fliegen zu lernen. Jeder hat seine Art, fliegen zu lernen. Bei mir ist es Aerial Dance.
Ich habe beim Aerial Dance einen Trick gelernt, bei dem man sich an den Hüften in das Vertikaltuch einwickelt, die Arme frei hat und sich daraufhin kopfüber nach vorne fallen lässt. Vor allem in größerer Höhe könnte das später sicherlich für den einen oder anderen Adrenalinrausch sorgen. Ich als Anfängerin muss mir zuerst immer einen kleinen Ruck geben, bevor ich mich wirklich fallen lasse. So war es früher in der 4. Klasse auch beim ersten Mal vom Dreier-Turm springen. Ich stand oben, guckte aufs Schwimmbecken hinunter und gab mir einen Ruck, motivierte mich selbst.Auch bei anderen Zirkusdisziplinen und generell Sportarten ist es von Bedeutung, sich zu überwinden. Um uns an Salto-Übungen heranzutasten, sollten wir über eine aufgestellte Matte springen. Oftmals blieben wir kurz vor dem Sprung stehen, weil wir daran zweifelten, es hinüberzuschaffen. Als wir dann aber trotzdem sprangen, konnten wir die Matte meistens zu unser eigenen Überraschung überwinden - erst nachdem wir unsere Befürchtungen ausgeschaltet hatten.
Wenn wir schaffen, uns in bestimmten Momenten zu überwinden, werden uns oftmals mehr Türen offen stehen als zuvor.
In dem Moment, an dem wir an unsere Grenzen gelangen, werden wir uns ihrer überhaupt bewusst und können -wenn wir es wünschen- an ihnen arbeiten. Dann haben wir auch die Möglichkeit, sie zu überwinden. Ich glaube, jedes Mal, wenn wir es schaffen, uns selbst zu überwinden, wachsen wir ein Stück an uns selbst. Die meisten Grenzen, die wir vorfinden, sind nicht durch die Lebensumstände oder andere Menschen vorgegeben, sondern existieren in uns selbst und in unserem Denken. Wenn wir denken, wir würden etwas niemals können, ist dies das schwerste Hindernis, nicht etwa unsere mangelnden Fähigkeiten.
Und wenn wir es erstmal geschafft haben, uns selbst zu überwinden, werden wir zudem belohnt mit dem Glücksgefühl darüber, dass wir etwas geschafft haben: Es gibt kaum etwas, dass sich besser anfühlt, als über sich selbst hinausgewachsen zu sein. ;)
Montag, 12. März 2018
Weshalb ich vegan lebe
Neun Jahre ist es nun her, dass ich vor meinem Teller Grillwürstchen mit Kohlrabistreifen saß und beschloss, Vegetarierin zu werden. Dies habe ich vor einigen Jahren bereits in einem meiner ersten Blogbeiträge erwähnt, doch das Thema ist nun aktueller denn je.
Drei Jahre später entschied ich mich für den nächsten Schritt: Veganerin zu werden. Davor ließ ich immer mehr auch Eiprodukte weg, doch irgendwann wollte ich mich ganz und gar von tierischen Produkten abgrenzen.
Viele Menschen, die von meinem veganen Lebensstil erfahren, zeigen sich meiner Erfahrung nach sehr interessiert und wollen oft wissen, wie es dazu gekommen ist.
Ich selbst verurteile niemanden, der neben mir sitzt und ein Stück Fleisch auf dem Teller hat, wie manchmal angenommen wird. Genauso, wie andere meine Entscheidung, vegan zu leben, tolerieren, toleriere ich es, dass sie sich anders ernähren als ich.
Wir sind schließlich fast alle so aufgewachsen, dass es normal ist, Tiere zu essen und zum eigenen Zweck zu benutzen. Die ersten dreizehn Jahre meines Lebens war dies auch der Fall.
Für unsere Großeltern war Fleisch sogar höchst kostbar, wenn man mal an den ersten oder zweiten Weltkrieg denkt.
Heute aber sind tierische Produkte zu billiger Massenware geworden. Ich denke, ein Putenschnitzel für 99 Cent aus der Tiefkühltruhe kann nicht gerade von einem würdigen Tierleben zeugen.
Und doch sind Menschen Fleisch als Nahrungsmittel so sehr gewöhnt und dazu erzogen worden, es zu essen, sodass sie nicht so schnell auf die Idee kommen, zu hinterfragen, was möglicherweise dahinter steckt.
Wir leben nicht mehr in der Steinzeit, wo Menschen viel Kraft und Geduld aufwenden mussten, um ein Tier zu jagen, und sich nur das genommen haben von der Natur, was sie zum Leben brauchten. Die Zeiten haben sich stark geändert.
In unserer Gesellschaft wird weit mehr konsumiert, als tatsächlich gebraucht wird. Vor allem wird auch noch viel weggeschmissen, wenn man beispielsweise keinen Appetit auf das Gericht mehr hat, aber das fällt kaum auf, weil es ja genug Angebot gibt.
Heutzutage ist es ganz bequem: jeder kann in den Supermarkt gehen und in Plastik eingeschweißtes Hühnchen kaufen, dass nicht einmal mehr nach einem toten Tier aussieht. So ist es auch einfach, zu vergessen, dass es mal rumgelaufen ist und ein Bewusstsein hatte.
Ich bin mir sicher, wenn Menschen jedes Tier, das sie verzehren, vorher selbst schlachten und ausnehmen müssten, würden die wenigsten es übers Herz bringen. Doch die Werbung und die Medien, die tierische Produkte als appetitlich anpreisen und suggerieren, dass es gesund und von den Nährstoffen her wichtig sei, lassen das zu leicht vergessen, was in den Schlachthöfen hinter den Mauern passiert. Ich glaube aber, jeder, der tierische Produkte konsumiert, sollte sich bewusst sein, wo das Fleisch herkommt. Die wenigsten Kinder, die auf dem Bauernhof kleine Kälber und Lämmer streicheln und die sehr süß finden, sind sich darüber im Klaren, dass genau diese Tiere früher oder später auf dem Teller landen. Wurst ist Wurst, aber wo die Wurst herkommt, sagt ihnen keiner.
Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, die Augen davor zu verschließen oder es zu beschönigen, woher das Fleisch kommt. Die Tiere leiden so oder so in den Massentierhaltungsbetrieben. Selbst wenn wir nicht hinsehen oder uns vor den Videos, die dort heimlich aufgenommen wurden, ekeln: Die Realität ist es leider trotzdem, und kein Horrorstreifen, in dem das Blut aus Tomatensoße besteht.
Ich habe mich entschieden, das System der Massentierhaltung nicht mehr zu unterstützen. Inzwischen kann ich mir nicht mehr vorstellen, jemals wieder anders zu leben, so stark ist meine Abneigung gegenüber tierischen Produkten geworden. Ich kann es nicht mehr als etwas betrachten, das man essen kann, auch wenn das für Normal-Esser wahrscheinlich schwer zu verstehen ist.
Meine Ehrfucht gegenüber dem Leben ist es vor allem, weshalb ich mich entschieden habe, Veganerin zu werden.
Für mich gehört das Leben an sich zu den größten Wundern, die uns täglich umgeben, egal, in welcher Form. Jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze ist in meinen Augen ein Träger dessen, weshalb wir es mit Respekt behandeln sollten und es nicht leichtfertig nehmen sollten, wenn wir es eigentlich nicht nötig hätten.
In unserer Konsumgesellschaft ist das vielleicht ein ungewöhnlicher Gedanke. Doch es ist bereits ein gewisses Umdenken erkennbar, wenn ich sehe, wie viele Restaurants vegane Gerichte anbieten und diese Ernährung sich zum Trend entwickelt.
Zudem denke ich, dass vegane Ernährung eine Entscheidung ist, die nicht missioniert werden kann. Wer sich vegan ernähren möchte, sollte es tun, wenn er selbst hundertprozentig dahinter steht. Nicht mit dem Hintergrund etwa, weil es Trend ist oder andere Menschen ihn dafür verurteilen, dass er Fleisch isst. So war es auch bei mir, ich selbst habe als Teenager diese Entscheidung aus eigener Motivation getroffen.
Drei Jahre später entschied ich mich für den nächsten Schritt: Veganerin zu werden. Davor ließ ich immer mehr auch Eiprodukte weg, doch irgendwann wollte ich mich ganz und gar von tierischen Produkten abgrenzen.
Viele Menschen, die von meinem veganen Lebensstil erfahren, zeigen sich meiner Erfahrung nach sehr interessiert und wollen oft wissen, wie es dazu gekommen ist.
Ich selbst verurteile niemanden, der neben mir sitzt und ein Stück Fleisch auf dem Teller hat, wie manchmal angenommen wird. Genauso, wie andere meine Entscheidung, vegan zu leben, tolerieren, toleriere ich es, dass sie sich anders ernähren als ich.
Wir sind schließlich fast alle so aufgewachsen, dass es normal ist, Tiere zu essen und zum eigenen Zweck zu benutzen. Die ersten dreizehn Jahre meines Lebens war dies auch der Fall. Für unsere Großeltern war Fleisch sogar höchst kostbar, wenn man mal an den ersten oder zweiten Weltkrieg denkt.
Heute aber sind tierische Produkte zu billiger Massenware geworden. Ich denke, ein Putenschnitzel für 99 Cent aus der Tiefkühltruhe kann nicht gerade von einem würdigen Tierleben zeugen.
Und doch sind Menschen Fleisch als Nahrungsmittel so sehr gewöhnt und dazu erzogen worden, es zu essen, sodass sie nicht so schnell auf die Idee kommen, zu hinterfragen, was möglicherweise dahinter steckt.
Wir leben nicht mehr in der Steinzeit, wo Menschen viel Kraft und Geduld aufwenden mussten, um ein Tier zu jagen, und sich nur das genommen haben von der Natur, was sie zum Leben brauchten. Die Zeiten haben sich stark geändert.
In unserer Gesellschaft wird weit mehr konsumiert, als tatsächlich gebraucht wird. Vor allem wird auch noch viel weggeschmissen, wenn man beispielsweise keinen Appetit auf das Gericht mehr hat, aber das fällt kaum auf, weil es ja genug Angebot gibt.
Heutzutage ist es ganz bequem: jeder kann in den Supermarkt gehen und in Plastik eingeschweißtes Hühnchen kaufen, dass nicht einmal mehr nach einem toten Tier aussieht. So ist es auch einfach, zu vergessen, dass es mal rumgelaufen ist und ein Bewusstsein hatte.
Ich bin mir sicher, wenn Menschen jedes Tier, das sie verzehren, vorher selbst schlachten und ausnehmen müssten, würden die wenigsten es übers Herz bringen. Doch die Werbung und die Medien, die tierische Produkte als appetitlich anpreisen und suggerieren, dass es gesund und von den Nährstoffen her wichtig sei, lassen das zu leicht vergessen, was in den Schlachthöfen hinter den Mauern passiert. Ich glaube aber, jeder, der tierische Produkte konsumiert, sollte sich bewusst sein, wo das Fleisch herkommt. Die wenigsten Kinder, die auf dem Bauernhof kleine Kälber und Lämmer streicheln und die sehr süß finden, sind sich darüber im Klaren, dass genau diese Tiere früher oder später auf dem Teller landen. Wurst ist Wurst, aber wo die Wurst herkommt, sagt ihnen keiner.
Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, die Augen davor zu verschließen oder es zu beschönigen, woher das Fleisch kommt. Die Tiere leiden so oder so in den Massentierhaltungsbetrieben. Selbst wenn wir nicht hinsehen oder uns vor den Videos, die dort heimlich aufgenommen wurden, ekeln: Die Realität ist es leider trotzdem, und kein Horrorstreifen, in dem das Blut aus Tomatensoße besteht.
Ich habe mich entschieden, das System der Massentierhaltung nicht mehr zu unterstützen. Inzwischen kann ich mir nicht mehr vorstellen, jemals wieder anders zu leben, so stark ist meine Abneigung gegenüber tierischen Produkten geworden. Ich kann es nicht mehr als etwas betrachten, das man essen kann, auch wenn das für Normal-Esser wahrscheinlich schwer zu verstehen ist.
Meine Ehrfucht gegenüber dem Leben ist es vor allem, weshalb ich mich entschieden habe, Veganerin zu werden.
Für mich gehört das Leben an sich zu den größten Wundern, die uns täglich umgeben, egal, in welcher Form. Jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze ist in meinen Augen ein Träger dessen, weshalb wir es mit Respekt behandeln sollten und es nicht leichtfertig nehmen sollten, wenn wir es eigentlich nicht nötig hätten.
In unserer Konsumgesellschaft ist das vielleicht ein ungewöhnlicher Gedanke. Doch es ist bereits ein gewisses Umdenken erkennbar, wenn ich sehe, wie viele Restaurants vegane Gerichte anbieten und diese Ernährung sich zum Trend entwickelt.
Zudem denke ich, dass vegane Ernährung eine Entscheidung ist, die nicht missioniert werden kann. Wer sich vegan ernähren möchte, sollte es tun, wenn er selbst hundertprozentig dahinter steht. Nicht mit dem Hintergrund etwa, weil es Trend ist oder andere Menschen ihn dafür verurteilen, dass er Fleisch isst. So war es auch bei mir, ich selbst habe als Teenager diese Entscheidung aus eigener Motivation getroffen.
Samstag, 10. Februar 2018
Vorbilder
Es gibt Größen wie Mahatma Gandhi oder Audrey Hepburn, die vielfach zitiert werden und eine Vorbildfunktion haben. Die ersten Vorbilder eines Kindes sind meistens die Eltern, danach werden oftmals noch andere Personen Vorbild. Meistens welche, die vom Alter noch näher dran sind. Und manchmal auch Charaktere aus Filmen, die nicht real existieren, denen ein Kind oder Jugendlicher trotzdem gern nacheifert. Wenn sich ein junger Mensch jemanden zum Vorbild nimmt, dann stellt dieser für ihn etwas dar, das er selbst erreichen möchte. Demnach haben Vorbilder zweifellos eine große Verantwortung. Da brauchen wir nur unsere Eltern zu fragen. Als kleines Kind werden wir sie wohl kaum so sehr in Frage gestellt haben wie später in der Pubertät oder sogar noch viel später.
Ich denke, jemand, der Vorbild sein möchte, tut dies, indem er es anderen vorlebt. Vorbild ist man nicht durch das, was man ist, sondern durch das, was man aus sich macht.
Jemand, der sich zum Beispiel gesund ernährt und nicht darüber spricht, macht viel mehr Eindruck als jemand, der sich äußerst ungesund ernährt, aber immer Moralpredigten darüber hält, wie wichtig gesunde Ernährung sei. Genauso verhält es sich mit Eltern, die ihrem Kind mit angezündeter Zigarette im Mundwinkel einschärfen: "Fang niemals an zu rauchen, wenn du groß bist."
Das klingt an sich ja eigentlich ziemlich logisch. Wer Vorbild sein will, sollte sich richtig verhalten, denken wir jetzt möglicherweise, und sein Leben so gut machen, wie er kann. Doch was verstehen wir wirklich unter einem guten Vorbild mit "richtigem" Verhalten? Ein Patentrezept dafür gibt es schließlich nicht und außerdem wäre jemand, der sich des guten Vorbildes willen so sehr verbiegt, auch schon wieder ein ziemlich fragwürdiges Vorbild meiner Meinung nach.
Ich würde sagen, Vorbild sein heißt nicht etwa, immer alles richtig zu machen. Das wär auch unwahrscheinlich und kann zudem unnötig Druck machen auf diejenigen, die dem Idol nacheifern und letztendlich selbst alles perfekt machen wollen, was gar nicht Sinn der Sache ist.
Vorbilder können nämlich auch mal scheitern und so richtig auf die Nase fallen, um dann wieder aufzustehen und weiterzumachen. Damit können sie zeigen, dass es funktioniert. Und zugleich auch, wie es nicht funktioniert und dass man das erstmal erfahren haben muss, bevor man es besser macht.
Vorbildlich ist es jedoch auch nicht, wenn man jemanden etwas vorlebt, wohinter man eigentlich nicht steht und das sich letztendlich nur als geschönte Fassade entpuppt. Ich denke, dass z. B. Eltern, die sich nicht trennen, mit dem Grund, sie seien sonst ein schlechtes Vorbild für ihre Kinder, damit noch längst kein gutes Vorbild abgeben. Da kann sogar die Trennung noch das bessere Vorbild sein, auch, wenn es in dem Moment weder von Seiten der Eltern noch der Kinder auf den ersten Blick so empfunden wird.
Ich glaube, dass die Menschen immer die besten Vorbilder waren, die immer ihren eigenen Weg gegangen sind, auch, wenn er nicht der Norm entsprach, die aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und immer noch lernen, und die sich selbst treu geblieben sind. Und nicht unbedingt die Menschen mit dem perfekten Lebenslauf und der Überzeugung, sie wüssten bereits alles.
Vorbilder machen oftmals mehr aus, als wir denken. Oftmals denken wir gar nicht viel darüber nach, was wir gerade tun, zum Beispiel, wenn wir jemanden selbstbewusst sagen, was wir gerade denken, oder konsequent den Müll trennen. Es gibt mehr Menschen in unserer Nähe, die das wahrnehmen, als wir glauben, und sich plötzlich daran orientieren. Es heißt ja auch, wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst anfangen. Das ist meist viel schwieriger, als mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu sagen "Du musst mehr Sport machen", "Du musst aufhören, Alkohol zu trinken" oder "Du darfst andere nicht ungerecht behandeln.". Die Welt ändert sich dadurch, sich gegenseitig zu korrigieren und maßzuregeln. Sie ändert sich, weil jemand anfängt, und andere davon so begeistert sind, dass sie es auch tun.
Ich selbst kann mich nur schwer daran erinnern, ob ich in meiner Kindheit und Jugend selbst einmal ein wirkliches Vorbild hatte, das mich so sehr geprägt und dem ich nachgeeifert hätte. Inspiriert haben mich dagegen viele Dinge, z.B. Geschichten oder Begegnungen mit bestimmten Menschen. Und ich hoffe, dass ich selbst auch irgendwann andere Menschen inspirieren kann.
Ich denke, jemand, der Vorbild sein möchte, tut dies, indem er es anderen vorlebt. Vorbild ist man nicht durch das, was man ist, sondern durch das, was man aus sich macht.Jemand, der sich zum Beispiel gesund ernährt und nicht darüber spricht, macht viel mehr Eindruck als jemand, der sich äußerst ungesund ernährt, aber immer Moralpredigten darüber hält, wie wichtig gesunde Ernährung sei. Genauso verhält es sich mit Eltern, die ihrem Kind mit angezündeter Zigarette im Mundwinkel einschärfen: "Fang niemals an zu rauchen, wenn du groß bist."
Das klingt an sich ja eigentlich ziemlich logisch. Wer Vorbild sein will, sollte sich richtig verhalten, denken wir jetzt möglicherweise, und sein Leben so gut machen, wie er kann. Doch was verstehen wir wirklich unter einem guten Vorbild mit "richtigem" Verhalten? Ein Patentrezept dafür gibt es schließlich nicht und außerdem wäre jemand, der sich des guten Vorbildes willen so sehr verbiegt, auch schon wieder ein ziemlich fragwürdiges Vorbild meiner Meinung nach.
Ich würde sagen, Vorbild sein heißt nicht etwa, immer alles richtig zu machen. Das wär auch unwahrscheinlich und kann zudem unnötig Druck machen auf diejenigen, die dem Idol nacheifern und letztendlich selbst alles perfekt machen wollen, was gar nicht Sinn der Sache ist.
Vorbilder können nämlich auch mal scheitern und so richtig auf die Nase fallen, um dann wieder aufzustehen und weiterzumachen. Damit können sie zeigen, dass es funktioniert. Und zugleich auch, wie es nicht funktioniert und dass man das erstmal erfahren haben muss, bevor man es besser macht.
Vorbildlich ist es jedoch auch nicht, wenn man jemanden etwas vorlebt, wohinter man eigentlich nicht steht und das sich letztendlich nur als geschönte Fassade entpuppt. Ich denke, dass z. B. Eltern, die sich nicht trennen, mit dem Grund, sie seien sonst ein schlechtes Vorbild für ihre Kinder, damit noch längst kein gutes Vorbild abgeben. Da kann sogar die Trennung noch das bessere Vorbild sein, auch, wenn es in dem Moment weder von Seiten der Eltern noch der Kinder auf den ersten Blick so empfunden wird.
Ich glaube, dass die Menschen immer die besten Vorbilder waren, die immer ihren eigenen Weg gegangen sind, auch, wenn er nicht der Norm entsprach, die aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und immer noch lernen, und die sich selbst treu geblieben sind. Und nicht unbedingt die Menschen mit dem perfekten Lebenslauf und der Überzeugung, sie wüssten bereits alles.
Vorbilder machen oftmals mehr aus, als wir denken. Oftmals denken wir gar nicht viel darüber nach, was wir gerade tun, zum Beispiel, wenn wir jemanden selbstbewusst sagen, was wir gerade denken, oder konsequent den Müll trennen. Es gibt mehr Menschen in unserer Nähe, die das wahrnehmen, als wir glauben, und sich plötzlich daran orientieren. Es heißt ja auch, wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst anfangen. Das ist meist viel schwieriger, als mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu sagen "Du musst mehr Sport machen", "Du musst aufhören, Alkohol zu trinken" oder "Du darfst andere nicht ungerecht behandeln.". Die Welt ändert sich dadurch, sich gegenseitig zu korrigieren und maßzuregeln. Sie ändert sich, weil jemand anfängt, und andere davon so begeistert sind, dass sie es auch tun.Ich selbst kann mich nur schwer daran erinnern, ob ich in meiner Kindheit und Jugend selbst einmal ein wirkliches Vorbild hatte, das mich so sehr geprägt und dem ich nachgeeifert hätte. Inspiriert haben mich dagegen viele Dinge, z.B. Geschichten oder Begegnungen mit bestimmten Menschen. Und ich hoffe, dass ich selbst auch irgendwann andere Menschen inspirieren kann.
Sonntag, 15. Oktober 2017
Mut zu Fehlern
In einem Buch, das ich neulich las und in dem es um die Göttin Gaia geht, die die Welt in der Handlung erschaffen hat, sagt ihr Vater Uranus zu ihr: "Ich liebe die Erde. Mit ihren Fehlern. Die machen sie zu etwas ganz Besonderem."
Fehler sind etwas, das wir Menschen meist nicht gern sehen. Wir versuchen, sie möglichst zu vermeiden. Sie passieren natürlich trotzdem und werden auch immer wieder passieren.Was oft übersehen wird: Oft ist das Scheitern die Basis dafür, es richtig zu machen. Kleine Kinder, die laufen lernen, fallen unzählige Mal hin, bevor sie sicher auf ihren beiden Beinen stehen. So ein Kind waren wir auch mal, doch während wir im Eilschritt die Straße überqueren, vergessen wir allzu schnell, dass wir auch das erst lernen mussten. Bedeutende Schöpfer literarischer, gefeierter Werke haben in der 1. Klasse den Schwung beim kleinen a ganz sicherlich auch erst oft falsch gemacht, bevor sie ihre berufliche Laufbahn einschlagen konnten. Bei jenen Größen, die wir für ihre Leistungen bewundern, ahnen wir meist gar nicht, wie viel sie investiert haben, wie viele Fehler sie machen mussten, um überhaupt so weit zu kommen. Meister fallen nicht vom Himmel, das kann ich auch von mir selbst behaupten.
Vor Kurzem lernte ich in einer Sportstunde erstmals, Einrad zu fahren. Ich schaffte es bis Ende dieser Stunde, ein paar Meter freihändig zu fahren, ohne mich irgendwo festzuhalten. Fein, kann man sich denken, läuft doch. Was aber nicht außer Acht gelassen darf: Ich bin erst ziemlich oft vom Sattel gerutscht, bevor ich die freihändigen Meter schaffte. Auch als ich Jonglieren lernte, ließ ich die Bälle und Tücher erst oft fallen, bevor ich es konnte. Natürlich gibt es Menschen, die Begabungen für bestimmte Dinge haben, oder unterschiedlich schnell lernen. In den meisten Fällen ist jedoch ein wenig Arbeit angesagt, bevor man etwas gut kann.
Lernen heißt, es erst falsch zu machen, um es dann richtig zu machen. Indem wir wissen, wie es nicht geht, können wir auch besser einschätzen, wann etwas gut ist. Kinder, die sich auf Spielplätzen mit Klettergerüsten und Co nicht ausprobieren dürfen, sind im Nachhinein viel anfälliger dafür, sich bei Unfällen zu verletzen. Denn sie haben nie gelernt, richtig zu fallen oder riskante Situationen einzuschätzen. Demnach ist die eine oder andere Schürfwunde am Knie oder blutende Nase Teil des Lernprozesses. Fehler sind nicht immer böse, manchmal sind Fehler sogar hilfreich.
Es gab in der Geschichte Wissenschaftler, denen bei ihrer Arbeit im Labor Missgeschicke bei der Zusammensetzung bestimmter Substanzen unterliefen, woraufhin sie völlig unerwartet ganz neue chemische Stoffe entdeckten.
Für Künstler zudem sind Fehler keine Fehler, sondern kreatives Chaos. Wie man es betrachtet. Der Klecks an der Wand beispielsweise, der da nicht hingehörte, ein nicht sauber ausgestochener Zimtstern oder eine nicht symmetrisch gestutzte Gartenhecke. Die Welt ist halt nicht immer perfekt.
Ich denke, wenn wir das alles mit betrachten, dürfen wir es uns wirklich zugestehen, Fehler zu machen. Wenn wir uns das selbst nämlich erlauben, werden wir viel mutiger auf die Dinge und Menschen zugehen. Wir können uns mehr zutrauen, weil wir nicht die ganze Zeit davor Angst haben müssen, zu scheitern. Es heißt ja auch, dass man lieber Fehler machen und hinterher bereuen sollte, anstatt es gar nicht erst zu wagen. Auch wenn Fehler für Ärger sorgen und für Unglücke in unterschiedlichem Ausmaße verantwortlich und nicht immer rechtzufertigen sind, wenn keine Fehler passieren, wäre das Weltgeschehen ziemlich farblos und öde. Wir hätten weniger Potenzial, etwas zu lernen, wir würden vieles nicht zu schätzen wissen und wären gnadenloser gegenüber Menschen, denen ein Fehler passiert. Außerdem können unterschiedlicher Meinungen darüber kursieren, ob ein Fehler tatsächlich einer ist. Wenn eine Frau aus Versehen ein Kind kriegt und dies zuerst für einen "Fehler", einen "Unfall" hält, und sich das Kind letztendlich aber als Geschenk des Himmel entpuppt, hätten wir diesen Fall.
Fehler sind neben all unserem Können allzu menschlich. Gerade die kleinen Macken, die wir bei uns selbst als fehlerhaft empfinden, können uns liebenswert und zu uns zu dem machen, was wir sind. Wie Uranus in dem Buch, das ich gelesen habe, die Erde wegen ihrer kleinen Fehler so sehr liebt. Eine perfekte Welt mit perfekten Menschen finde ich, ehrlich gesagt, nicht erstrebenswert. Und hätten wir alle es wirklich so weit gebracht, ohne all diese kleinen und großen Fehler, die wir in unserer Vergangenheit gemacht haben? Ich bin davon überzeugt, dass Gewinnen und Scheitern näher beieinander liegen, als uns bewusst ist.
Fehler sind etwas, das wir Menschen meist nicht gern sehen. Wir versuchen, sie möglichst zu vermeiden. Sie passieren natürlich trotzdem und werden auch immer wieder passieren.Was oft übersehen wird: Oft ist das Scheitern die Basis dafür, es richtig zu machen. Kleine Kinder, die laufen lernen, fallen unzählige Mal hin, bevor sie sicher auf ihren beiden Beinen stehen. So ein Kind waren wir auch mal, doch während wir im Eilschritt die Straße überqueren, vergessen wir allzu schnell, dass wir auch das erst lernen mussten. Bedeutende Schöpfer literarischer, gefeierter Werke haben in der 1. Klasse den Schwung beim kleinen a ganz sicherlich auch erst oft falsch gemacht, bevor sie ihre berufliche Laufbahn einschlagen konnten. Bei jenen Größen, die wir für ihre Leistungen bewundern, ahnen wir meist gar nicht, wie viel sie investiert haben, wie viele Fehler sie machen mussten, um überhaupt so weit zu kommen. Meister fallen nicht vom Himmel, das kann ich auch von mir selbst behaupten.
Vor Kurzem lernte ich in einer Sportstunde erstmals, Einrad zu fahren. Ich schaffte es bis Ende dieser Stunde, ein paar Meter freihändig zu fahren, ohne mich irgendwo festzuhalten. Fein, kann man sich denken, läuft doch. Was aber nicht außer Acht gelassen darf: Ich bin erst ziemlich oft vom Sattel gerutscht, bevor ich die freihändigen Meter schaffte. Auch als ich Jonglieren lernte, ließ ich die Bälle und Tücher erst oft fallen, bevor ich es konnte. Natürlich gibt es Menschen, die Begabungen für bestimmte Dinge haben, oder unterschiedlich schnell lernen. In den meisten Fällen ist jedoch ein wenig Arbeit angesagt, bevor man etwas gut kann.
Lernen heißt, es erst falsch zu machen, um es dann richtig zu machen. Indem wir wissen, wie es nicht geht, können wir auch besser einschätzen, wann etwas gut ist. Kinder, die sich auf Spielplätzen mit Klettergerüsten und Co nicht ausprobieren dürfen, sind im Nachhinein viel anfälliger dafür, sich bei Unfällen zu verletzen. Denn sie haben nie gelernt, richtig zu fallen oder riskante Situationen einzuschätzen. Demnach ist die eine oder andere Schürfwunde am Knie oder blutende Nase Teil des Lernprozesses. Fehler sind nicht immer böse, manchmal sind Fehler sogar hilfreich.Es gab in der Geschichte Wissenschaftler, denen bei ihrer Arbeit im Labor Missgeschicke bei der Zusammensetzung bestimmter Substanzen unterliefen, woraufhin sie völlig unerwartet ganz neue chemische Stoffe entdeckten.
Für Künstler zudem sind Fehler keine Fehler, sondern kreatives Chaos. Wie man es betrachtet. Der Klecks an der Wand beispielsweise, der da nicht hingehörte, ein nicht sauber ausgestochener Zimtstern oder eine nicht symmetrisch gestutzte Gartenhecke. Die Welt ist halt nicht immer perfekt.
Ich denke, wenn wir das alles mit betrachten, dürfen wir es uns wirklich zugestehen, Fehler zu machen. Wenn wir uns das selbst nämlich erlauben, werden wir viel mutiger auf die Dinge und Menschen zugehen. Wir können uns mehr zutrauen, weil wir nicht die ganze Zeit davor Angst haben müssen, zu scheitern. Es heißt ja auch, dass man lieber Fehler machen und hinterher bereuen sollte, anstatt es gar nicht erst zu wagen. Auch wenn Fehler für Ärger sorgen und für Unglücke in unterschiedlichem Ausmaße verantwortlich und nicht immer rechtzufertigen sind, wenn keine Fehler passieren, wäre das Weltgeschehen ziemlich farblos und öde. Wir hätten weniger Potenzial, etwas zu lernen, wir würden vieles nicht zu schätzen wissen und wären gnadenloser gegenüber Menschen, denen ein Fehler passiert. Außerdem können unterschiedlicher Meinungen darüber kursieren, ob ein Fehler tatsächlich einer ist. Wenn eine Frau aus Versehen ein Kind kriegt und dies zuerst für einen "Fehler", einen "Unfall" hält, und sich das Kind letztendlich aber als Geschenk des Himmel entpuppt, hätten wir diesen Fall.
Fehler sind neben all unserem Können allzu menschlich. Gerade die kleinen Macken, die wir bei uns selbst als fehlerhaft empfinden, können uns liebenswert und zu uns zu dem machen, was wir sind. Wie Uranus in dem Buch, das ich gelesen habe, die Erde wegen ihrer kleinen Fehler so sehr liebt. Eine perfekte Welt mit perfekten Menschen finde ich, ehrlich gesagt, nicht erstrebenswert. Und hätten wir alle es wirklich so weit gebracht, ohne all diese kleinen und großen Fehler, die wir in unserer Vergangenheit gemacht haben? Ich bin davon überzeugt, dass Gewinnen und Scheitern näher beieinander liegen, als uns bewusst ist.
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